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	<title>Detmold Archive - Alexander R. Titz</title>
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	<title>Detmold Archive - Alexander R. Titz</title>
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		<title>MachtLiebe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 11:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst im öffentlichen Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Detmold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Intervention im öffentlichen Raum in Detmold im Rahmen von Blickwechsel, einem Ausstellungsprojekt zur Kunst im öffentlichen Raum in 42 Städten Nordrhein-Westfalens Alexander R. Titz wählt für seine Intervention MachtLiebe den Kaiser-Wilhelm-Platz in Detmold, der heute vornehmlich von „arbeitslosen Biertrinkern“ und... <a class="more-link" href="https://www.alexandertitz.de/machtliebe/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Intervention im öffentlichen Raum in Detmold im Rahmen von Blickwechsel, einem Ausstellungsprojekt zur Kunst im öffentlichen Raum in 42 Städten Nordrhein-Westfalens</h3>
<p><span id="more-1099"></span></p>
<p>Alexander R. Titz wählt für seine Intervention <em>MachtLiebe</em> den Kaiser-Wilhelm-Platz in Detmold, der heute vornehmlich von „arbeitslosen Biertrinkern“ und muslimischen Liebespaaren als Refugium genutzt wird. Zwei Ehrenmale erinnern an die Gefallenen der Kriege von 1870/71 und 1914/18.</p>
<p>Ähnlich wie in seinem ersten Entwurf <a href="http://alexandertitz.de/flagge-zeigen-oder-das-handtuch-werfen/"><em>Flagge zeigen oder das Handtuch werfen</em></a>, der vorsah, der Figur des Arminius am Hermannsdenkmal statt des Schwerts eine weiße Fahne in die Hand zu geben, nimmt Titz auch in der realisierten Arbeit Bezug auf die in Detmold allgegenwärtigen Zeichen der militärischen Vergangenheit, wenngleich „partisanenhafter“, unauffälliger als im ursprünglichen Entwurf. Von den historischen Bezügen zwischen Ehrenmal und Hermannsdenkmal &#8211; dieses wurde einen Tag nach dem Ehrenmal eingeweiht und war Ziel zahlreicher Festzüge, die vom Ehrenmal ausgingen &#8211; erfuhr der Künstler erst im Nachhinein, nachdem er sich intuitiv für das Denkmal von 1871 als örtliche Alternative entschieden hatte.</p>
<p><a href="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht.jpg" data-rel="lightbox-gallery-CaCmzRPD" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-1103 size-full" src="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht.jpg" alt="Foto: Carsten Gliese" width="800" height="1200" srcset="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht.jpg 800w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht-200x300.jpg 200w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht-768x1152.jpg 768w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht-683x1024.jpg 683w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_ansicht-600x900.jpg 600w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></p>
<p>Bei seiner Umnutzung des Ehrenmals greift Titz die Funktion des Parks als Rückzugsort auf: Im Sockelbereich des Monuments, das von einem Eisernen Kreuz bekrönt wird, befinden sich portalartige Nischen mit Angaben zu Ort und Zeit der Kampfhandlungen sowie den Namen der Gefallenen, die von Darstellungen kaiserlicher Soldaten flankiert werden. Titz gestaltet die nördliche Nische zu einem Séparée für Liebespaare um, indem er mittels einer Holzkonstruktion eine Sitzfläche schafft, die er, ebenso wie den Wandbereich, mit rotem Material verkleidet. Damit hebt der Künstler ein heute kaum mehr wahrgenommenes historisches Zeugnis erneut ins Bewusstsein, wobei er auf die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort eingeht und ihre Bedürfnisse auf plakative Art und Weise thematisiert. Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, wollte man den Titel der Arbeit ausschließlich im Sinne des pazifistischen Imperativs „make love not war“ begreifen. Als ein Wort gelesen verweist er auf die Motivation der Mächtigen zum Zwecke des eigenen Machterhalts Konflikte mit Hilfe militärischer Mittel zu bewältigen. Wenngleich dieses Mittel gegenwärtig zumindest in Europa weniger häufig Anwendung findet als zur Blütezeit der Kriegerdenkmäler, so scheint sich doch an der Machtliebe der Mächtigen wenig geändert zu haben.</p>

<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_beidseitig.jpg' title="Foto: Carsten Gliese" data-rl_title="Foto: Carsten Gliese" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-1"><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_beidseitig-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Foto: Carsten Gliese" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_vom-park.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-1"><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_vom-park-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_paar.jpg' title="Foto: Carsten Gliese" data-rl_title="Foto: Carsten Gliese" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-1"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_paar-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Foto: Carsten Gliese" /></a>

<p>Die bewusste Ambivalenz des Titels spiegelt sich auch in den formalen und inhaltlichen Gegensätzen, die die Umgestaltung evoziert: Harter Stein gegenüber weichem Polster, stilles Gedenken gegenüber Benutzbarkeit und Aktivität, getötete junge Soldaten gegenüber sehr „lebendigen“ jungen Menschen. Manch einer mag sich an das soziale Anliegen von Beuys erinnert fühlen: „Da wo gegenwärtig die Entfremdung zwischen den Menschen sitzt &#8211; man könnte fast sagen als eine Kälteplastik &#8211; da muss eben die Wärmeplastik hinein. Die zwischenmenschliche Wärme muss da erzeugt werden. Das ist die Liebe.“ Titz selbst stellt im Gespräch seine Arbeit augenzwinkernd in Zusammenhang mit Beuys‘ „Skulptur, die nicht kalt wird“ Unschlitt/Tallow, die dieser 1977 in Münster fertigte.</p>
<p>Bei aller Gegensätzlichkeit ist in der Verwendung der Symbolfarbe Rot der Bank- und Wandverkleidung ein verbindendes Element zu sehen, steht sie doch einerseits für das Blut der Gefallenen, andererseits für die Liebe schlechthin. Auch an Darstellungen von Mars und Venus mag der Betrachter denken, zumal die die Titzsche „Bühne“ rahmenden Skulpturen an den Seiten der Nische (sie symbolisierten ursprünglich die Waffengattungen des Heeres) bereits 1945 „entwaffnet“ wurden. Schließlich könnten auch das Eiserne Kreuz und die Namen und Todesdaten der Gefallenen ein Pendant finden in einer möglichen Beschriftung der ausgepolsterten Nische mit „von Amors Pfeilen getroffenen“ Herzen und den Namen und „Besuchsdaten“ der Benutzer der Nische, haben doch auch frisch Verliebte einen Hang zur Verewigung. Ob und inwieweit die Arbeit zu einem neuen interaktiven „Denkmal“ in diesem Sinne wird, bleibt abzuwarten.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Rena Karaoulis</em></p>

<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_namen.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-2"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_namen-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_zustand.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-2"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_zustand-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_herz.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-2"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/2010_08_machtliebe_herz-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>

<hr />
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-317 aligncenter" src="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2018/02/pdf_symbol_tn.png" alt="" width="50" height="63" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/LZ_20100806_ausschnitt.pdf" target="_blank" rel="noopener">Presseartikel in der Lippischen Landes-Zeitung vom 6. August 2010</a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/08/LZ_20100830_ausschnitt.pdf" target="_blank" rel="noopener">Presseartikel in der Lippischen Landes-Zeitung vom 30. August 2010</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Flagge zeigen oder das Handtuch werfen</title>
		<link>https://www.alexandertitz.de/flagge-zeigen-oder-das-handtuch-werfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 10:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im öffentlichen Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Detmold]]></category>
		<category><![CDATA[Saarländisches Künstlerhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorschlag für eine Intervention im öffentlichen Raum in Detmold Für das Kunstprojekt „Blickwechsel“ habe ich 2010 folgende Intervention in Detmold vorgeschlagen: Die Figur des Arminius auf dem Hermannsdenkmal wird für einen Zeitraum von drei Monaten statt eines Schwertes eine weiße... <a class="more-link" href="https://www.alexandertitz.de/flagge-zeigen-oder-das-handtuch-werfen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Vorschlag für eine Intervention im öffentlichen Raum in Detmold</h3>
<p><span id="more-1065"></span></p>
<p>Für das Kunstprojekt „Blickwechsel“ habe ich 2010 folgende Intervention in Detmold vorgeschlagen: Die Figur des Arminius auf dem Hermannsdenkmal wird für einen Zeitraum von drei Monaten statt eines Schwertes eine weiße Fahne in die Höhe halten. Die Fahne ist etwa sieben mal zehn Meter groß und besitzt an ihrer kurzen Seite einen Hohlsaum, mit dem sie über das Schwert gezogen wird. So fungiert das Schwert als „Fahnenmast“ und ist nicht mehr als Waffe erkennbar.</p>
<p><a href="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht.jpg" data-rel="lightbox-gallery-zEbBkUdU" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1069" src="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht.jpg" alt="" width="704" height="1200" srcset="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht.jpg 704w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht-176x300.jpg 176w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht-601x1024.jpg 601w, https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_anicht-600x1023.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px" /></a></p>
<p>Die Bedeutung des Zeigens der weißen Flagge ist allgemein bekannt. Je nach Situation kann die Flagge aber unterschiedliche Bedeutungen haben:</p>
<ul>
<li>Sie kann als Zeichen der Kapitulation verstanden werden. Bereits der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet gegen 109 v. Chr. vom Einsatz einer weißen Flagge bei der Kapitulation römischer Legionäre. So verstanden würde das Zeichen des Siegs des Arminius ganz simpel zu einem Zeichen der Niederlage verkehrt.</li>
<li>Die weiße Flagge ist aber auch die Flagge des Parlamentärs. Nach dem Kriegsvölkerrecht sind die Kombattanten verpflichtet seine völkerrechtlich garantierte Unverletzlichkeit zu wahren. So verstanden könnte der Krieger auf dem Sockel Verhandlungen anbieten, anstatt den Konflikt mit militärischen Mitteln zu lösen.</li>
</ul>
<p>Die Figur des Arminius ist im Zusammenhang mit der Entstehung des Denkmals in erster Linie für einen militaristischen Nationalismus vereinnahmt worden. Die weiße Fahne kann vor diesem Hintergrund als Weigerung verstanden werden sich für bestimmte Nationalfarben in Dienst nehmen zu lassen.</p>

<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_alle-hermaenner-01.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-3"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_alle-hermaenner-01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_fussballhermann02.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-3"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_fussballhermann02-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_fussballhermann01.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-3"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_fussballhermann01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_alle-hermaenner-02.jpg' title="" data-rl_title="" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-3"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.alexandertitz.de/wp-content/uploads/2010/07/2010_07_flagge-zeigen_alle-hermaenner-02-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>

<p>Nach der Überhöhung der Figur und ihrer Indienstnahme für nationalistische Bestrebungen hat in der Postmoderne und im Zusammenhang mit den 2000-Jahr-Feierlichkeiten eine Trivialisierung der Figur des Hermann eingesetzt. Die zeigte sich (schon 1999) bei der Bekleidung der Denkmalsfigur mit dem Trikot des Fußballvereins Arminia Bielefeld, in der Verfügbarmachung als allgegenwärtiger „Pappkamerad“, der nicht nur in den Farben seines „Auftraggebers“ eingefärbt, sondern auch mit dessen „Attributen“ versehen wurde, und gipfelt in einer verniedlichenden Gestaltung als Gartenzwergverschnitt. Vor diesem Hintergrund kann die weiße Flagge auch als Kapitulation vor der Vereinnahmung durch die diversen Interessengruppen verstanden werden.</p>
<p>Die Wirksamkeit der künstlerischen Intervention beruht in erster Linie darauf, dass sie das Hermannsdenkmal nicht für eine bestimmte Aussage oder Botschaft in Dienst nimmt, sondern im Gegenteil mit der leeren weißen Fläche jede Bedeutungszuweisung in Frage stellt und den Helden so vor der allgegenwärtigen Vereinnahmung kapitulieren lässt.</p>
<hr />
<p style="text-align: center;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-317" src="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2018/02/pdf_symbol_tn.png" alt="" width="50" height="63" /><a href="http://alexandertitz.de/wp-content/uploads/2018/03/LZ_20100721_ausschnitt.pdf" target="_blank" rel="noopener">Presseartikel in der Lippischen Landes-Zeitung vom 21. Juli 2010</a></p>
<hr />
<p>Das Konzept wurde vom 17. September bis zum 15. November 2015  im Rahmen der Ausstellung <em>Heldenmythen &#8211; Heldentaten &#8211; Heldentod</em> im Saarländischen Künstlerhaus präsentiert. Neben dem Konzepttext und den Abbildungen standen in einem Postkartenständer 2500 Postkarten zum Verkauf, die alle das Motiv der Fotosimulation zeigten (s.o.). Über das <a href="http://alexandertitz.de/kontakt/">Kontaktformular</a> können immer noch Postkarten zum Preis von 50 Cent/Stück (plus Versandkosten) bestellt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.alexandertitz.de/flagge-zeigen-oder-das-handtuch-werfen/">Flagge zeigen oder das Handtuch werfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.alexandertitz.de">Alexander R. Titz</a>.</p>
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